Texte
Auf dieser Seite finden Sie ausgewählte Gedichte und Kurztexte von Papa Hamster:
ALLES MUSS RAUS
Heute entrümpeln wir unser Innenleben
heute, Kinder, wird’s was geben
wir bleiben dran, ohne Rast und ohne Paus’
es geht wieder los, alles muß raus
Alles muß raus
das denken sich auch Vulkane,
wenn sie glühend heiße Lava ausspucken
und Gesteinsbrocken
durch die Luft fliegen lassen
weshalb für Kinder
in einer japanischen Stadt
eine Helmpflicht auf dem Schulweg besteht,
weil eben alles raus muß.
Es blieb immer bei dem Versuch
es lastete auf mir wie ein Fluch
ich trug es in mir herum
und spuckte es nie aus,
doch irgendwann musste es raus
Ja, irgendwann muss alles raus,
sonst erstickst du dran
und dann ist alles aus
Was sich all die Jahre
in mir angesammelt hat,
findet oft noch nachts
in meinen schlimmsten Träumen statt
sie wollen mich holen,
doch ich bin zu schnell
ich lass lieber alles raus
und mal daraus mein Seelenaquarell
Raus muss das ganze Inventar
ausgewechselt wird es, ist doch klar
von innen nach aussen schaffen wir
das Unmögliche zwischen Jetzt und Hier
Alles muss raus
beim Schlussverkauf am Abend
stehen sich die Menschen auf den Füßen
und zerreißen sich gegenseitig die Nerven,
während sie versuchen, alles zum niedrigsten Preis zu ergattern
und manch einer muß sich dabei
vor lauter Stress übergeben,
weil eben alles raus muß
Alles muß raus
sonst geht dein Schiff unter
mit Mann und Maus
mit Frau und Kind
darum befreie dich geschwind
wir entleeren heute unsre Backentaschen
das Ergebnis
wird viele überraschen
Lassen wir also alles raus,
auch uns selbst,
denn wir sind gefangen
in einem gläsernen Haus
und wirft einer den ersten Stein
dann lassen wir ihn auch gerne rein.
DIE FRAU AUS MEINEN TRÄUMEN
Ich seh sie oft in meinen Träumen
an manch nie gekanntem Ort,
jedes Mal sieht sie anders aus,
doch erkenn' ich sie sofort.
Denn die Macht der Illusionen
hat gegen die Wahrheit keine Chance.
Ich kenne die unschuldige Schönheit,
die mich hüllt in zarte Trance.
Nun, vielleicht ist „kennen“ übertrieben,
jedenfalls gesehen hab ich sie.
Nicht nur in diesen Träumen
oder in grenzenloser Fantasie.
Möge die Zukunft werden
wie manch geträumter Augenblick,
als wir uns an den Händen hielten
in Liebe vereint und voller Glück.
Viele Menschen verstehen nicht
wie Gefühle sich entfalten,
überraschend in ein Herz eindringen
und sich alle Rechte vorbehalten.
Doch ich erkannte diesen Zauber
und weiss, was für mich richtig ist.
Liebe kennt keine Grenzen,
solang man sie nicht vergisst.
Darum warte ich auf den Moment,
und tue dafür, was ich kann.
Wer mich davon abhalten will, verliert
– ich halte fest daran.
Träume waren schon immer da
um eines Tages in Erfüllung zu gehen,
ob und wann es so weit ist,
werde ich mit Sicherheit bald sehen.
DER BAUM
Der Baum, der Baum
erzählt mir von seinem Traum
einmal hüpfen, einmal springen
einmal jauchzen, einmal singen
ohne Äpfel, ohne Pflaum’
davon träumt der Baum
Der Baum, der Baum
er glaubt an seinen Traum
aus den Wurzeln sollen Beine werden
der erste mobile Baum auf Erden
der kann tanzen, der kann rennen
und wird sich „Tree-Mobile“ nennen
Der Baum, der Baum
ich glaub’ ihm leider kaum
wie soll ein Baum sich fortbewegen?
wie sollen sich da statt Wurzeln Beine regen?
ich lach’ ihn aus, er schlägt mich nieder
er rennt fort, kehrt niemals wieder